Grüne Digitalisierung

3. Dezember 2010 by  

Da sind sie wieder: Bündnis 90 / Die Grünen. Aktuell schimpfen die Etablierten auf die ehemaligen APOs wg. ihrer ständigen „Dagegen“-Haltung, aber Die Grünen haben es vielleicht nur erkannt, dass man bestimmte Zielgruppen gescheit ansprechen, ihnen zuhören und sich ihre Interessen zu eigen machen kann.

Die Arthaus-/Programmkino-/Kommunale- und Sonstige Szene kann sich nun voll und ganz auf die grünen Freunde verlassen.Nachdem sich die Europäische Kommission im September in Ihrer Mitteilung „Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für das Europäische Kino“ sehr eindeutig auf die Seite der kleinen Filmkunsttheater in Europa stellte und in der Mitteilung auf die Probleme der Zweiteilung des Marktes in DCI- und Nicht-DCI-Kinos aufmerksam machte (neben vielem anderen), haben sich die Grünen des Problems ebenfalls noch einmal angenommen.

Nachdem am 29.06. bereits eine „Kleine Anfrage“ (Drucksache 17/2361) zum „Konzept der Digitalisierung“ des BKM gestellt wurde und sich im Herbst der Ausschuss für Kultur und Medien folgerichtig auch einig wurde im Sinne der Protokollnotiz vom 29.09. (Ermöglichung von Kino < 2k), legen Die Grünen nun einen drauf und arbeiten weiter am Thema. Insofern sind sie der logische Freund des kleinen Kinos:

Mit dem „Entschließungsantrag zur Digitalisierung“ für den Ausschuss für Kultur und Medien ziehen Die Grünen die notwendigen Schlüsse zur Implementierung der europäischen Ideen in die deutsche Förderpolitik:

– vielfältiges Angebot
– Vielfalt der Kinos
– TECHNOLOGIENEUTRALITÄT, sprich auch Förderung < DCI
– evtl. kartellrechtliche Prüfung der Nicht-Belieferungspolitik durch Majors
– Finanzierungsmodelle (u.a. Third-Party) dürfen keinen Einfluss auf Programm haben

Allerdings, das muss als auch erwähnt werden, bleibt auch der Entschließungsantrag sehr vage. Auch Die Grünen kennen den Unterschied zwischen „begrüßen“ und „auffordern“. Insofern hätten auch die selbsterklärten Freunde der Filmkunst und des europäischen Kinos ein wenig direkter und konkreter sein dürfen.

Aber als Schritt in die richtige Richtung ist der Antrag sicherlich zu bewerten, erst recht vor dem Hintergrund, dass die Politkollegen von CDU und FDP komplett ruhig bleiben.


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