SPD dreht bei der Digitalisierung bei – nun auch ohne DCI

27. September 2010 by  

Kurz vor der nächsten Sitzung des Kulturausschusses am 29.09. hat sich die SPD-Fraktion im Bund neu positioniert in Sachen DCI-Spezifikationen und Förderwürdigkeit.Seit einiger Zeit war klar, dass Förderung automatisch mit der Erfüllung diverser qualitativer Standards verbunden war, u.a. der DCI-Norm für Projektoren und Server.
Inzwischen haben aber sowohl Verbände wie die AG Kino, der Bundesverband kommunale Kinos und die AG Verleih, aber auch diverse kleinere Landkinobetriebe ausreichend mobil gemacht und zumindest bei den Sozialdemokraten ein Umdenken erreicht. Eigentlich hat niemand etwas gegen Qualität – das ist keine Frage. Sie muss aber bezahlbar sein und ein „irgendwo“ (in Hollywood) erdachter Standard sollte nicht dafür verantwortlich sein, dass in Deutschland div. Land- und Kulturkinos die Pforten schließen müssen.

Bisher war der DCI-Standard ein unwidersprochenes Muss in der Diskussion, zumindest in den schriftlich fixierten Förderrichtlinien. Alle Institutionen konnten sich damit auf die Fahne schreiben, xxx-tausend Euro ausgeben zu wollen, aber den Kinobetrieben war in Teilen damit nicht geholfen. Durch überteuerte Anlagen war der Eigenanteil immer noch zu hoch.
Das hat anscheinend die SPD nun endlich erkannt, nachdem am 16.06 im Kulturausschuss im Rahmen einer Anhörung die entsprechenden Meinungen und Positionen ausgetauscht werden konnten.

Stellt sich nun die Frage, ob es tatsächlich, wie in Blickpunkt:Film nach der Filmkunstmesse Leipzig vorhergesagt, zu zwei komplett parallelen Systemen kommen wird: mit und ohne DCI, mit und ohne Major-Produktionen.


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